Kategorie: Technik

Was habe ich überhaupt für eine Kamera?

Grundsätzlich ist es erst einmal gut zu wissen, was Du überhaupt für eine Kamera hast.

Das hilft auch den einen oder anderen Beitrag besser zu verstehen.

 

Um es einfach zu machen, teile ich auf in:

 

  • Kompaktkamera
  • Bridge
  • Systemkamera

 

 

Kompaktkamera: Klein und kompakt

Bridge: Groß, aber es lässt sich kein Objektiv wechseln

Systemkamera: Es lassen sich Objektive wechseln. Hier zählen auch Spiegelreflexkameras dazu

 

Die Blende

Die Blende ist wie das schwarze im Auge. Was passiert mit der Pupille, wenn es dunkel wird? Richtig, sie wird größer. die Pupille weitet sich. Warum? Damit mehr Licht ins Auge fällt.

 

Das gleiche passiert auch in einer Kamera automatisch. ODER natürlich auch, wenn Du dies selbst einstellst. Wo sitzt die Blende? Im Objektiv.

 

Hier siehst Du erst einmal wie das ausgebaut aussieht:

 

Irisblende

„Irisblende“ von Michael Häckel – Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Irisblende

 

Links ist die Blende geschlossen. Rechts ist diese geöffnet.

 

Neben dem Lichteinfall bewirkt die Blende allerdings noch etwas anderes. Nämlich die Schärfentiefe:

Tiefenschärfe

Siehst Du den Unterschied? Ich habe die gewählte Blende oben links hingeschrieben.

 

Hier noch ein Beispiel, etwas dichter dran:

 

Tiefenschärfe_2

Regel:

  • Je größer die Blendenzahl (kleine Öffnung), desto größer ist die Schärfentiefe
  • Je kleiner die Blendenzahl (große Öffnung), desto kleiner ist die Schärfentiefe

Zu kompliziert? Hier ein paar Regeln die sich leichter merken lassen und alle das gleiche aussagen, merke Dir einen davon und Du weißt das bei kleiner Blendenzahl der Hintergrund unscharf wird und bei großer Blendenzahl der Hintergrund schärfer:

 

  • Ist die Blendenzahl unter drei, wird der Hintergrund zu Brei
  • Je kleiner das Loch, desto schärfer wirds
  • Nimmst du Blende 2.8, erscheint das Bokeh in wahrer Pracht (Bokeh ist die Hintergrundunschärfe)

 

Einstellung der Blende an der Kamera:

Aperture_priority_mode

Quelle: “ModeDial” von Althepal, http://de.wikipedia.org/wiki/Programmautomatikv

 

An den meisten Kameras ist es “A”, an einigen auch “Av” heißt Blendenvorwahl. Das heißt Du wählst die Blende vor und die Kamera wählt die passende Verschlusszeit.

 

Achtung: Wenn zu wenig Licht vorhanden ist und Du eine zu große Blendenzahl wählst, dann genügt das Licht nicht mehr aus und die Aufnahme wird zu dunkel, verrauscht oder verwackelt.

 

Verschlusszeit

Die Verschlusszeit.

 

Die Verschlusszeit ist die Dauer der Belichtung. Jede Kamera hat einen Verschluss. Dieser öffnet sich und schliesst sich wieder.

 

Angegeben wird die Verschlusszeit entweder in Sekunden. 1″ bedeutet zum Beispiel eine Sekunde. Oder in einem Bruch, zum Beispiel 1/2 bedeutet eine halbe Sekunde. 1/4, 1/8, 1/16 usw.

 

Möchtest Du die Verschlusszeit selber einstellen, drehe das Wahlrad der Kamera auf “S”. S steht für Shutter. Das ist Englisch und bedeutet Verschluss. Bei einigen Kameras ist es auch “Tv”. Anderer Name aber gleiche Bedeutung. In dieser Einstellung wählst du die Verschlusszeit und die Kamera wählt die passende Blende selbständig:

Shutter_priority_mode

Quelle: “ModeDial” von Althepal, http://de.wikipedia.org/wiki/Programmautomatikv

 

Welche Verschlusszeit ist die richtige?

 

30″ – 1″  Sekunden: Lange Verschlusszeiten, 30 Sekunden oder auch nur eine Sekunde solltest Du  nur vom Stativ aus machen, z. B. für Nachtaufnahmen. Aus der Hand gibt es sonst nur verwackelte Fotos. Hier ein Beispiel:

NightThailand

(Belichtungszeit: 30s, Blende f/1.8)

 

1/2 – 1/60 Sekunde: Vom Stativ, kein Problem. Aus der Hand – Achtung – Verwicklungsgefahr. Es gibt eine klassische Regel, die sagt, die Verschlusszeit sollte mindestens umgekehrt zur Brennweite betragen. bei 50mm eingestellter Brennweite sollte die Verschlusszeit also mindestens 1/50 Sekunde betragen oder besser kürzer. Bei Verschlusszeiten in diesem Bereich kann man durchaus noch Bewegung im Bild sehen – allerdings ist hier der Anteil an unbrauchbaren Fotos auch recht hoch. Das eignet sich gut für Action um eine gewisse Dramatik darzustellen:

Formel3

(Belichtungszeit: 1/50s und mit der Kamera mitgezogen)

 

ab 1/200 Sekunde werden normale Bewegungen scharf dargestellt und eingefroren. Normales Gehen usw. Sehr schnelle Bewegungen sind immer noch leicht unscharf:

 

400s

(Belichtungszeit: 1/400s)

 

ab 1/2000s wird fliessendes Wasser eingefroren und auch schnelle Bewegungen, z. B. ein Rotor von einem Hubschrauber werden ohne bzw. fast ohne Unschärfe dargestellt.

 

1/4000s oder 1/8000s: Spritzende Wassertropfen werden auch in der Vergrößerung richtig scharf: Haare am Meer

(Belichtungszeit: 1/8000s)

 

Sensorgröße

Der Sensor ist in der Kamera. Hier wird das Foto aufgenommen.

 

Kompaktkameras und Bridge haben normalerweise einen ziemlich kleinen Sensor.

 

Systemkameras oder Spiegelreflexkameras haben normalerweise einen großen Sensor.

 

524px-Sensorformate.svg

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bildsensor

 

Ein größerer Sensor bedeutet:

  • Höhere Lichtstärke – Bessere Fotos bei wenig Licht
  • Geringere Tiefenschärfe – Räumlichere Bildwirkung – Unscharfer Hintergrund

 

In diesem Video zeigt Nelly nicht nur einen großen Sensor einer Systemkamera, sondern man sieht auch im Video den unscharfen Hintergrund. Das Video ist nämlich mit einer Systemkamera gefilmt worden.